15 Birken-Anwendungen, die einen staunen lassen.

In den meisten Wäldern stechen die Bäume mit der auffälligen weißen Rinde sofort ins Auge. Die Rede ist von Birken. Durch ihre markante Farbe sind sie leicht zu erkennen, doch ärgern sich viele über ihre fliegenden Samen und Blütenstaub, der sich an Autos und Kleidung festsetzen kann. Dabei hat dieser Baum viele positive Eigenschaften für Gesundheit und Geist. Hier erfährst du 15 geniale Anwendungen, bei denen du die erstaunlichen Kräfte der Birke nutzen kannst.

Vorher jedoch einige Hinweise zur Verwendung:

  • Du solltest niemals zu viele Teile von einem einzelnen Baum entfernen. Ansonsten schadest du dem Baum, und er wird in seinem Wachstum behindert.
  • Schwangeren Frauen wird empfohlen, Birkenprodukte zu meiden.
  • Natürlich sollten auch Allergiker Birkenblätter meiden. Das gilt auch für Menschen, die unter einem Nierenleiden mit Wassereinlagerungen leiden. 

Für alle anderen gilt: ruhig einmal ausprobieren. Du wirst garantiert überrascht sein.

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1. Birke als Nahrungsmittel
Kaum einer weiß es, aber Birkenknospen und Birkenblätter haben einen hohen Gehalt an Vitamin C und eignen sich sehr gut zum Verzehr. Birkenblätter sind zudem gut bekömmlich, unterstützen die Verdauung und können auf sanfte Weise Wassereinlagerungen entgegenwirken. Einige Rezepte findest du zum Beispiel hier.

2. Birkensaft
Schon bei den alten Germanen war Birkensaft beliebt. Und das aus gutem Grund: Direkt aus dem Stamm gewonnen, enthält er Invertzucker, Säuren, Salze und Eiweiß. In Reformhäusern und Apotheken wird er auch heutzutage noch als entschlackendes Mittel angeboten. Am besten ist er natürlich frisch gezapft, direkt aus dem Baum. Bis zu 50 Liter können aus einem Stamm gewonnen werden, danach ist der Saft bis zu drei Tage im Kühlschrank haltbar. Mit ein wenig Zucker oder einem anderen Süßungsmittel kannst du auch eine gesunde und leckere Limonade daraus machen.

3. Birkenwein, Birkenmet und Birkenlikör
Den gezapften Birkensaft kannst du auch zu Wein, Met und Likör weiterverarbeiten. Hier findest du auch eine Anleitung zum Selbermachen von Honigwein.

4. Birkentees aus Blättern und Knospen
Die Blätter und Knospen der Birke eignen sich ideal dafür, einen leckeren und gesunden Tee zu brühen. Er kurbelt die Nierenfunktion an und wirkt gut gegen Schuppenflechte und trockene Haut. Auch bei Gicht und Rheuma kann Birkentee für Linderung sorgen.

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5. Birkengewürz als Ersatz für Salz 
Klar ist Salz wichtig für den Körper, doch zu viel Salz hat auch negative Auswirkungen auf den Körper. Birkenblätter eignen sich gut als Ersatz für Salz. Dazu trocknest du die Blätter und zerreibst sie mit einem Mörser zu feinem Pulver. Danach kannst du sie statt Salz zum Würzen von Speisen verwenden. 

6. Birkenzucker (Xylit, Xylitol oder Zucker)
Aus Birken kann man einen exquisiten Zuckerersatz herstellen (zum Beispiel für die oben genannte Limonade). Man erhält ihn, indem man das Holz der Birke zerkleinert, in Wasser einlegt und dann in einem langwierigen Prozess eindickt. Dieser Prozess ist zeit- und arbeitsintensiv, daher kostet echter Birkenzucker auch etwas mehr. Doch er ist den Aufpreis wert. Denn im Gegensatz zu normalem Industriezucker steigt nach dem Verzehr der Blutzuckerspiegel bei Weitem nicht so rasant an. Zudem hat er bis zu 40 % weniger Kalorien. Fündig wirst du in Bioläden oder im Internet.

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7. Birkentinktur
Um die Wirkstoffe der Birke lange haltbar zu machen, kannst du sie zu einer Tinktur aus Knospen und Blättern verarbeiten. Für ein einfaches Rezept zur Herstellung benötigst du ca. 20 g Birkenknospen, die du in 100 ml 40%igem Alkohol wie etwa Wodka oder Korn einlegst. Gib die Knospen einfach mit dem Alkohol in ein Gefäß mit Schraubverschluss und lass die Mischung einen Monat lang bei Zimmertemperatur durchziehen. Am besten schüttelst du das Gefäß einmal täglich gut durch, dann können sich die Inhaltsstoffe besser lösen. Nach einem Monat gießt du das Gemisch durch ein Sieb, und schon ist die Tinktur fertig. Die beste Lagerung erfolgt abgedunkelt (du kannst das Glas auch einfach mit einem Tuch abdecken). Mit Wasser gemischt (im Verhältnis 1:10),  ist die Tinktur ist bestens geeignet, um Wunden zu reinigen. Getrunken kann sie Fieber senken und Husten lindern. Da es sich dabei aber um hochprozentigen Alkohol handelt, solltest du beim Trinken allerdings sehr maßvoll sein. 

8. Besen 
Früher sehr beliebt, sind Birkenbesen heute ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei stellen sie eine gute Alternative zu Besen mit Plastikborsten dar. Du brauchst dazu nur ein paar dünne, flexible Birkenzweige, etwas Garn und einen Stock. Binde die Zweige dazu kreisrund um den Stock herum und voila: Schon hast du einen Besen selbst gemacht. 

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9. Das beste Mittel gegen Schorf an Obstbäumen: Birkenjauche!
Fast jeder, der sich schon einmal um Obstbäume gekümmert hat, kennt diese Baumkrankheit: Schorf. Besonders betroffen sind Kernobstpflanzen wie Apfel, Birne, Quitte, Pfirsich und Aprikose. Die Symptome äußern sich oft im ersten Jahr nach der Blüte. Dabei sind anfangs nur die Blätter mit kreisrunden, olivfarbenen bzw. fast durchsichtig wirkenden Flecken befallen. Später verändern diese Flecken ihre Farbe und werden braun. Auf der Blattunterseite wächst ein Pilz, der dazu führt, dass die Blätter abfallen. Durch den Schorf werden die Blüten und somit der Ertrag beeinträchtigt. Um die Krankheit auf natürliche Weise zu bekämpfen, ist Birkenjauche ein geeignetes Mittel. Dazu lässt du ein Kilo frische Birkenblätter mit zehn Litern Wasser in einem Eimer stehen. Decke alles gut ab, achte jedoch darauf, dass eine Ecke offen steht, damit Luft hineinkommt. Nach ein paar Tagen ist die Jauche fertig. Vermische die Jauche mit fünf Teilen Wasser und spritze die Bäume damit ab. So sind sie gegen den Schorf geschützt – ganz ohne Chemie.

10. Zum Feuermachen 
Die Rinde der Birke ist perfekt geeignet, um ein Feuer zu entfachen. Sogar wenn die Rinde feucht ist, lässt sie sich als Anzünder verwenden. Das liegt an einem bestimmten Schwamm, der sich auf der Rinde befindet und in jedem Zustand leicht brennt. Ideal, wenn man in der Wildnis unterwegs ist und ein Lagerfeuer entfachen möchte. Rolle dazu einfach die Rinde möglichst eng zusammen (wickle nach Bedarf Naturgarn drumherum) und leg das Bündel zwischen das Feuerholz. 

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11. Birkenöl
Ebenso wie in Form einer Tinktur kannst du die positiven Wirkstoffe der Birkenblüten und -blätter auch in Form von Öl bewahren. Gib einfach eine Handvoll frischer Birkenknospen mit 100 ml Mandelöl oder kaltgepresstem Olivenöl in ein Schraubglas und lass es für vier Wochen zugedeckt ziehen. Auch hier gilt: Einmal täglich schütteln garantiert, dass sich die Wirkstoffe gleichmäßig freisetzen können. In die Haut massiert, wirkt das Öl Gliederschmerzen entgegen und kann hilfreich bei der Behandlung trockener Haut sein. Das Öl solltest du bei Zimmertemperatur lagern.

12. Shampoo, Spülung und Haarwasser
Für ihre Haarpflege greifen viele Menschen auf komplizierte Spülungen und Pflegemittel zurück. Dabei sind Birkenblätter eine natürliche Alternative, denn in Kombination mit einer gesunden Ernährung können sie Haarausfall entgegenwirken. Eine Spülung aus Birkenblättern pflegt die Kopfhaut, befreit die Poren und unterstützt die Aufnahme von Mineralstoffen. Du kannst dazu einfach getrocknete Birkenblätter in Wasser einlegen und damit deine Haare durchspülen.

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13. Stoffe färben mit der Birke
Hättest du gedacht, dass man mit Birken Kleidung färben kann? In der Birke steckt ein sanftes Gelb, das du bekommst, wenn du die Blätter aktivierst. Löse zur Herstellung der Beize zunächst je 50 g Stoff und einen TL Alaun (bei Wolle und Seide) bis zwei gehäufte TL Alaun (bei Jute, Baumwolle und Leinen) in anderthalb Litern heißem Wasser auf. Dann wird der Stoff bei 90 °C unter gelegentlichem Umrühren für eine Stunde (bei konstanter Temperatur) eingeweicht. Lasse den Stoff danach über Nacht in der Flüssigkeit abkühlen. Um den Färbesud herzustellen, brauchst du pro 100 g Stoff ca. 200 g Birkenblätter, die in rund 1,5 l Wasser für 12 Stunden durchziehen (am besten gleichzeitig über Nacht mit dem Alaun). Koche den Sud danach für eine Stunde, siebe ihn durch und lass die Mischung abkühlen. Zum Färben gibst du den noch feuchten Stoff in die Färbelösung. Erwärme nun langsam die Flüssigkeit auf ca. 70 °C. Nun lässt du alles für eine Stunde ziehen. Im Anschluss daran nimmst du den Stoff heraus und spülst ihn so lange aus, bis das Wasser völlig klar ist. Jetzt kannst du den Stoff zum Trocknen aufhängen. Wichtig: Trage beim gesamten Vorgang Handschuhe und benutze nur Gegenstände, die nicht für Lebensmittel benutzt werden.

14. Pflegende Salbe aus Birkenöl
Gegen Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte hilft Salbe, die Birkenöl enthält. Sanft und pflegend hat sie erstaunliche Auswirkungen auf den Körper. Das Geheimnis ist der in ihr enthaltene Wirkstoff Betulin. Du findest die Salbe in den meisten Reformhäusern und Apotheken.

15. Als Badezusatz
Wer liebt es nicht, sich in einer heißen Badewanne zu räkeln, den Alltag zu vergessen und es sich einfach richtig gutgehen zu lassen? Wenn du Birkenblätter in das Wasser gibst, wirken sie schmerzlindernd und entspannend. Wenn du 250 g Birkenblätter für 10 Minuten in einem Liter Wasser aufkochst, hast du einen natürlichen und wohltuenden Badezusatz. Allerdings sollte das Bad nicht länger als 20 Minuten dauern, da es sonst den Kreislauf belasten kann.

Flickr/vardolath

Wahnsinn, was alles in dem Baum mit der weißen Rinde steckt! Wie vielseitig die in unseren Wäldern allgegenwärtige Birke ist, hat wohl fast niemand mehr gewusst. In der Natur stecken eben doch ungeahnte Kräfte, man muss sich nur daran erinnern, wie man sie nutzen kann.

Quelle:

Smarticular

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