Flipflops schaden den Füßen: Gerücht oder bittere Wahrheit?

Im Sommer tragen Frauen wie Männer gerne Flipflops. Kein Wunder, denn sie verhindern übermäßig schwitzende Füße und sind bequem. Oftmals wird jedoch behauptet, dass Flipflops für die Füße ungesund seien. Ist das ein Mythos oder die bittere Realität?

Stylish Pink Flip Flops

Der Fuß- und Knöchelchirurg Dr. Zachary Vaupel aus Detroit (USA) warnt jedenfalls eindringlich vor dem Tragen von Flipflops, denn bei ihnen „flippt“ der Fuß förmlich weg. Das ist kein Wunder, denn die „Schuhe“ haben kein Fußbett und unterstützen den Fuß beim Laufen in keiner Weise.

Laut Dr. Vaupel kann es zu einer Plantarfasziitis, Sehnenentzündung, Stressfraktur oder Entzündung der Schienbein- und Zehenstreckmuskeln kommen. Er selbst hat solche Beschwerden aufgrund von Flipflops schon oft bei seinen Patienten beobachtet. Einmal entstanden, ist das Fußproblem dann oftmals nicht so schnell zu beheben und zieht ein langes – manchmal sogar dauerhaftes – Leiden nach sich. 

Feet!

Dr. Vaupel betont auch, dass Flipflops nicht nur ernsthafte Fußprobleme verursachen, sondern auch an sich schädlich sein können. Viele Menschen tragen sie zum Beispiel auch beim Wandern und bleiben an Ästen, Sträuchern oder sonstigen Gegenständen hängen. Die Folge sind Verstauchungen und andere Verletzungen. Auch besondere Vorsicht beim Gehen schützt nicht zuverlässig, denn es kann immer einmal wieder passieren, dass dir jemand von hinten in die Ferse tritt. 

Eine Ganganalyse hat gezeigt, dass Flipflop-Träger kleinere Schritte machen und kürzer stehen bleiben als Menschen, die Sneaker tragen. Dies kann eine Folge der fehlenden Haltefunktion sein. Eine weitere Ganganalyse kommt zu dem Schluss, dass man beim Laufen in den Flipflops dazu neigt, mit den Zehen den Schuh zu greifen.

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Anders als Dr. Vaupel verteufelt Dr. Tanja Kostuj, Oberärztin des St.-Joseph-Hospitals in Bochum, das Flipflop-Tragen jedoch nicht: „Inwieweit die beobachteten Veränderungen tatsächlich zu Schmerzen führen, lässt sich nicht eindeutig sagen.“ Jedoch rät sie Menschen, die bereits eine Fehlstellung der Füße haben, von Flipflops ab. Wer einen Knickfuß oder Probleme mit dem Sprunggelenk hat, benötige Schuhe, die mehr Halt beim Tragen geben. Auch Menschen mit der Zuckerkrankheit Diabetes sollten die Finger von Flipflops lassen, „(...) da ihre Füße spezielle Pflege brauchen“, warnt Dr. Kostuj. 

Die Ärztin ist weiterhin der Überzeugung, dass Flipflops für Menschen mit Rückenproblemen eine bessere Wahl als Absatzschuhe sind: „Gerade im Sommer sind die Füße durch die Hitze angeschwollen. Dann ist es gut, dass das Sprunggelenk in Flipflops nicht künstlich hochgestellt ist, sondern sich frei bewegen kann.“ 

Pink flip flops

3 Tipps für diejenigen, die absolut nicht auf ihre heißgeliebten Flipflops verzichten möchten: 

  • Vermeide jegliches Treppensteigen, wenn du deine Flipflops trägst. 
  • Stelle sicher, dass du die optimal passende Größe wählst. Die Zehen sollten weder über den Rand hinausragen noch zu weit weg entfernt davon sein. 
  • Trage die Flipflops nicht zu lange am Stück, d.h.: Ausgiebige Shopping-Touren oder Wanderausflüge sind tabu! 

flip flop

Wie du siehst, sind sich selbst Ärzte beim Thema Flipflops nicht ganz einig. Auf keinen Fall kann es schaden, die genannten Tipps zu beachten und öfter auch einmal zu Sandalen oder anderen Schuhalternativen zu greifen.

Quelle:

tipherostern

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