Mann stirbt nach Schwimmen mit frisch gestochenem Tattoo.

Sind Tattoos wahre Körperkunst oder total hässliche Farbkleckse? Daran scheiden sich seit jeher die Geister. Einem 31-jährigen Mann aus Mexiko wurde seine Liebe zu Tattoos jedoch zum bitteren Verhängnis. Das geht aus einem anonymisierten Fallbericht der BMJ Case Reports hervor. 

Der gläubige Mann ließ sich zwei betende Hände sowie ein Kreuz mit dem Spruch „Jesus is my life“ auf seine rechte Wade tätowieren. Nur 5 Tage nach dem Stechen ging er im Golf von Mexiko schwimmen. Wenig später litt er plötzlich an Schüttelfrost, Fieber und roten Ausschlägen rund um das Tattoo. Er suchte am nächsten Tag sofort ein Krankenhaus auf, wo die abgestorbene Haut rund um seine Tätowierungen entfernt wurde. Die Ärzte stellten fest, dass ein Bakterium namens „Vibrio Vulnificus“ durch die offenen Wunden in seinen Körper eingedrungen war. Das hatte zu einer Wundentzündung und anschließend zu einer Blutvergiftung geführt. Sein Fuß hatte bereits eine violette Farbe angenommen. Eine Amputation wollten die Ärzte dennoch nicht durchführen, da sein gesundheitlicher Zustand sehr kritisch war.

Die Mediziner verschrieben ihm ein Antibiotikum und schlossen ihn an eine Herz-Lungen-Maschine an. Obwohl zunächst Hoffnung bestand, da sich sein Zustand besserte, verstarb der Mann 2 Monate nach der Einlieferung in das Krankenhaus an einem septischen Schock, der ein Nierenversagen zur Folge hatte.

Doch warum kostete ihn ein Badeausflug kurz nach einer Tätowierung das Leben?

Der Mann trank täglich 6 Flaschen Bier und hatte sich durch seinen hohen Alkoholkonsum eine Leberzirrhose eingehandelt. Menschen mit einer geschwächten bzw. kranken Leber sind jedoch sehr anfällig für das genannte Bakterium. Zudem trug die offene Wunde dazu bei, dass es besonders schnell in die Wunde eindringen und so in den Körper gelangen konnte. 

Bei „Vibro Vulnificus“ handelt es sich um ein fleischfressendes Bakterium, welches in warmen Gewässern über 20 Grad vorkommt und sogar Cholera auslösen kann. Da die Meere in Nordeuropa jedoch laut Umweltbundesamt nur selten diese Temperaturen erreichen, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion nicht sehr hoch. Dennoch traten in den letzten Jahren immer häufiger Fälle von „Vibro Vulnificus“-Infektionen auch nach dem Baden in der Ostsee auf. Das liegt daran, dass die Meerestemperatur nun – klimawandelbedingt – öfter die 20-Grad-Grenze überschreitet. 

Da bei einer Tätowierung die obere Hautschicht verletzt wird und Pigmente in die tieferen Hautschichten gestochen werden, entsteht eine Wunde, die erst noch abheilen muss. Menschen mit frisch gestochenen Tattoos sowie jeglicher(!) Art von offenen Wunden sollten daher 4 Wochen lang auf das Baden in Schwimmbädern, Meeren und anderen Gewässern verzichten. Außerdem sind Sport, Solariumbesuche, Vollbäder sowie Sonnenbaden ohne hohen UV-Schutz tabu! Weiterhin sollte das Tattoo sehr gut gepflegt werden, damit es schnell und komplikationslos abheilt. Dies ist zum Beispiel mit Wund- und Heilsalben, Kokosöl sowie antibakteriellen Cremes möglich. 

Pixabay

Für den Mann kam jede Hilfe zu spät, weil er glaubte, solche Regeln ignorieren zu können. Dieser Fall sollte daher anderen Menschen eine Warnung sein, sodass Fälle wie dieser zukünftig verhindert werden können. Er zeigt, wie lebensgefährlich Leichtsinn im Umgang mit einer offenen Wunde – in diesem Fall einem frisch gestochenen Tattoo – sein kann. 

Quelle:

BILDsternweltjolie

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