27-jährige Britin zeigt, wie Endometriose ihren Körper verändert.

Noch heute schämen sich viele Frauen, offen über Krankheiten zu sprechen, die im weitesten Sinne mit dem Fortpflanzungssystem zu tun haben. Seien es Menstruationsbeschwerden oder auch Endometriose – eine schmerzhafte Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt. Doch zum Glück trauen sich immer mehr Frauen, in den sozialen Netzwerken über ihre Erfahrungen zu berichten.

Eine dieser Frauen ist Thessy Kouzoukas. Vor Kurzem veröffentlichte die Britin auf Instagram zwei Fotos, die ihre über 110.000 Follower sprachlos machten. Auf beiden Bildern sieht man die 27-Jährige nackt vor dem Spiegel stehen, der Unterschied könnte aber kaum größer sein. Sie selbst beschreibt ihre Beweggründe für die Veröffentlichung so:

 

A post shared by Thessy Kouzoukas (@thessy.k) on

„Das wird viele Menschen schockieren. Das bin ich. Das ist Endometriose. Ich wollte diese Bilder niemals teilen, deshalb bin ich nackt. Aber ich habe so viele Nachrichten von Mädchen erhalten, die auch Endo haben und sich alleingelassen fühlen. Auf der linken Seite seht ihr meinen Bauch – drei Wochen nachdem eine Zyste geplatzt war (vor fünf Wochen). Das rechte Bild zeigt meinen jetzigen Zustand. Ich nehme jetzt 'Synarel', es hat die Hormonproduktion gestoppt und bei mir mit 27 eine Menopause ausgelöst. Das Medikament und mein Griechenland-Urlaub sollen mich physisch und psychisch so gut wie möglich auf die Operation Ende August vorbereiten. Endo ist kein Witz. Die Operation wird über sieben Stunden dauern und ich werde eine Woche lang im Krankenhaus bleiben müssen. Bitte erzählt all euren Bekannten von Endo. Und wenn ihre eine Freundin habt, die starke Regelschmerzen hat, bitte sagt ihr, sie soll sich testen lassen. Und an alle Mädchen, die an Endo leiden: Ihr seid nicht allein!“

 

A post shared by Thessy Kouzoukas (@thessy.k) on

Nach Schätzungen leiden weltweit über zehn Prozent aller Frauen an Endometriose. Die Ursachen für die Entstehung sind jedoch nicht vollständig geklärt – einige Ärzte gehen aber davon aus, dass das Immunsystem eine Rolle spielt. Auch Frauen, deren Familienmitglieder bereits erkrankt sind, haben ein höheres Erkrankungsrisiko.

Die Symptome sind vielfältig. Es kann zu Menstruationsbeschwerden, irregulären Blutungen oder Unfruchtbarkeit kommen; einige Frauen empfinden zudem Geschlechtsverkehr als äußerst unangenehm. Teilweise sind die Schmerzen so stark, dass die Betroffenen vollkommen außer Gefecht gesetzt sind. Hinzu kommt: Bisher gibt es keine Heilung. Mit einer genau abgestimmten Behandlung und verschiedenen Operationen können Ärzte lediglich die Symptome lindern.

Pin 1

Für viele Frauen sind solche Erkrankungen noch immer ein Tabuthema. Sie leiden lieber im Stillen und behaupten, es gehe ihnen gut – auch, weil sie sich von vielen Menschen nicht ernst genommen fühlen.

Doch dank mutiger Frauen wie Thessy müssen sich die Betroffenen nicht länger einsam fühlen. Man kann nur hoffen, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für solche Erkrankungen zunimmt, sodass mehr Frauen die Hilfe bekommen, die ihnen zusteht. Wenn du glaubst, an Endometriose zu leiden, zögere nicht, einen Arzt aufzusuchen. Und nicht vergessen: Du bist nicht allein!

Diese Webseite ist weder dazu gedacht noch geeignet, professionelle Beratungen, Untersuchungen, Behandlungen, Diagnosen, etc. durch Ärzte, Apotheker, Psychotherapeuten, Heilpraktiker und/oder andere medizinische Fachleute zu ersetzen, zu ergänzen oder zu widerlegen. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen.

Kommentare

Auch interessant